49 Menschen ertrinken 2016 in Schweizer Gewässern

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG blickt auf die Badesaison 2016 zurück. Dieses Jahr sind bis im September 49 Menschen in Schweizer Gewässern ertrunken. Darunter befinden sich nach Analyse der SLRG 26 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft.

Bis heute zählt die SLRG 49 Menschen, die in Schweizer Gewässern ertrunken sind. Darunter sind 41 Männer, vier Frauen und vier Kinder. 47 der Todesfälle ereigneten sich in den offenen Gewässern (95% aller Unfälle). In diesen verunfallten 24 Menschen in Flüssen und 23 in Seen (wovon drei Fälle beim Tauchen geschahen). Ein Ertrinkungsfall wurde in einem Swimmingpool und einer in einem Baggersee registriert. Unter den Opfern waren 26 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft.

Mit der Onlinekampagne «Mit Sicherheit mehr Wasserspass» oder dem Baderegelflyer unter gleichnamigem Titel, erklärt die SLRG Sinn und Zweck der Baderegeln – ein Versuch zum richtigen Verhalten am und mit dem Wasser zu motivieren. Für die Gruppe der Asylsuchenden, Personen mit Migrationshintergrund sowie Touristen wurde im Sommer der Spezialflyer «Spass am, im und auf dem Wasser» lanciert. Die Baderegeln wurden zwecks besserer Verständlichkeit übersetzt und mit neuen Illustrationen versehen. Bei der Zielgruppe Kinder hat die SLRG mit ihrer Präventionskampagne «Das Wasser und ich» 2016 mit 828 besuchten Kindergärten wieder über 15‘000 Kinder schweizweit erreicht und für den richtigen Umgang mit dem Wasser sensibilisiert.

Erfolgreiche Partnerschaft: 150 aktualisierte Baderegeltafeln aufgestellt – mehr sollen folgen

Dank der Unterstützung des Krankenversicherers Visana konnte die SLRG 2016 knapp 150 Standorte mit den aktualisierten Baderegeltafeln ausrüsten. Bäder und überwachte Badeplätze standen dabei im Fokus. Die beliebten Treffpunkte für Badende und Wasserbegeisterte sind ein idealer erster Einstiegspunkt, um die Bevölkerung möglichst breit anzusprechen. Doch das ist erst der Anfang. Bereits jetzt wird die Planung vorangetrieben, die Schweizer Gewässer 2017 weiter zu erschliessen und die Bevölkerung noch mehr für die Wasserunfallprävention zu sensibilisieren. Konkret: Die Baderegeltafeln sollen weiter erneuert oder neue Standorte erschlossen werden.

Wasserunfallprävention – wie weiter?

Zusammen mit der bfu werden seit letztem Jahr Anstrengungen unternommen, um einen National Water Safety Plan (Nationaler Wassersicherheitsplan) zu etablieren. Dieser Plan sieht vor, alle am Wasser agierenden Verbände und Organisationen an einen Tisch zu bringen und die Kräfte für die Wasserprävention zu bündeln. Mit diesem Vorgehen will man ein noch effizienteres und wirkungsvolleres Präventionsnetz über die Schweiz und ihre Gewässer spannen. Am 23. November wird am «Wasseratelier» in Sursee das weitere Vorgehen in Sachen National Water Safety Plan erörtert.